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Die Grundlagen der Institution Amerika Haus waren die kleinen amerikanischen Bibliotheken – manche von ihnen zusammengestellt aus Büchern von abreisenden Truppen – die in den Monaten nach dem Zweiten Weltkrieg in den deutschen Städten des amerikanischen Sektors entstanden. 1945 wurde ein bescheidener amerikanischer Leseraum von dem nahe gelegenen Bad Homburg in eine Ecke der Frankfurter Börse verlegt. Die kleine Bibliothek war so gut besucht, dass der Leseraum nur ein paar Monate später, im März 1946, ein größeres Quartier in der Taunusanlage 11 bezog. Zeitgleich erhielt er als eines der ersten neuen Kultur- und Informationszentren in Deutschland einen neuen Namen: "Amerika Haus".
Das neue Amerika Haus in Frankfurt und ähnliche Einrichtungen in anderen deutschen Städten waren Teil des "Marshall-Plans der Ideen", wie er später genannt wurde – eine amerikanische politische Initiative, die für zukünftige Programme auf der Welt Standards setzte.
Das Amerika Haus zog zweimal um (1948 in die Taunusanlage 12, dann 1954 in das frühere amerikanische Konsulatsgebäude in der Bockenheimer Anlage 11), bevor es im Mai 1957 seinen letzten Standort bezog. Das Gebäude in der Staufenstraße wurde von dem bekannten amerikanischen Architekturbüro Skidmore, Owens and Merrill zusammen mit dem deutschen Architekten Otto Appel entworfen.
Von Anfang an kamen die Programme des Amerika Haus gut bei den Frankfurtern an. "Wir waren das einzige richtige Gemeindezentrum in Frankfurt," erinnert sich Hans N. Tuch, der das Amerika Haus dort zwischen 1949 und 1955 leitete. "Wir hatten 23 Bibliothekare, wir zeigten tausende von Filmen, wir hatten spezielle Kinderprogramme – ein hervorragendes Programm." Das Frankfurter Amerika Haus organisierte auch eine Präsentation berühmter Amerikaner - unter anderen Komponist Paul Hindemith, Schauspieler Gary Cooper, Schriftsteller Thornton Wilder und das Juillard String Quartett. Anlässlich des 20jährigen Bestehens des Hauses 1966 sagte der damalige Frankfurter Bürgermeister Willy Brundert, das Zentrum habe den "spirituellen Hunger" der Deutschen nach dem Krieg gestillt und sei "ein bedeutendes Element beim Beginn eines neuen kulturellen Lebens in Deutschland" geworden.
Bis zum Umzug in das neue Generalkonsulatsgebäude in der Gießener Straße in Frankfurt-Eckenheim am 29. September 2005 diente das Amerika Haus als Presse- und Kulturabteilung des US-Generalkonsulats Frankfurt. Die neun Mitarbeiter des ehemaligen Amerika Hauses sind in den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland für öffentliche Angelegenheiten verantwortlich und fördern in dieser Funktion politischen, wirtschaftlichen und sozialen Dialog. Die Programme und Aktivitäten, die früher im Amerika Haus stattgefunden haben, werden ohne Unterbrechung fortgeführt. Dabei fungiert die Presse- und Kulturabteilung bei Seminaren, Vorträgen und anderen mit Partnerorganisationen veranstalteten Programmen als Mitveranstalter. Die traditionelle Bibliothek von einst hat sich zu einem hochmodernen Information Resource Center weiterentwickelt, das elektronischen Zugang zu einer Vielzahl von Hintergrundinformationen über die Vereinigten Staaten bietet.
Die Rückgabe des Amerika Hauses an die Stadt Frankfurt im August 2006 schließt den Konsolidierungsprozess von amerikanischen Regierungsgebäuden in Frankfurt ab. Wir danken der Stadt Frankfurt für die ausgezeichnete Kooperation und die erstklassigen Arbeitsbeziehungen, die wir in den Jahren unseres Mietverhältnisses unterhalten haben und freuen uns auf zahlreiche zukünftige gemeinsame Aktivitäten.
Archivmaterialien des Amerika Haus wurden im Herbst 2006 dem Institut für Stadtgeschichte Frankfurt übergeben. Informationen zum Bestand finden Sie im Newsletter des Instituts unter http://www.stadtgeschichte-ffm.de/aktuelles/newsletter_07/newsletter_07_2.html
Siehe auch: • Amerika Haus in Frankfurt – die ersten fünfzig Jahre • Das Amerika Haus Frankfurt im Wandel der Zeit, 1946-1996
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